Beim Bezug von Bargeld (an einem Automaten) wird der abgerufene Betrag sofort dem Konto belastet (pay-now-Prinzip). Im Vergleich zu Kreditkarten sind Debitkarten mit niedrigeren Gebühren für den Karteninhaber und für den Händler verbunden. Siehe Chipkarte, Counterfeit Card, Geld, elektronisches, Geldautomaten-Sperre, Geldkarte, Kreditkarte, Ticketing, elektronisches. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 94 ff. (Darstellung der elektronischen Bezahlverfahren, Übersichten).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Debitorenlaufzeit (days sales outstanding)
Kennzahl, welche das von den Kunden im Durchschnitt in Anspruch genommene Zahlungsziel wiedergibt. Sie errechnet sich genauer aus den Forderungen aus Lieferung und Leistung mal 365 geteilt durch die Erlöse. - Mit der so gewonnenen Messziffer sollte man immer mit einigem Bedacht umgehen. Denn es sind neben anderem vor allem die jeweiligen (branchenüblichen) Zahlungsgewohnheiten zu beachten. Siehe Kreditorenlaufzeit, Working Capital.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Deutsche Bundesbank (German Federal Bank)
Als Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland seit Beginn der Europäischen Währungsunion 1999 Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB). Sie wirkt an der Erfüllung seiner Aufgaben mit dem vorrangigen Ziel mit, die Preisstabilität zu gewährleisten, sorgt für die bankmässige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland und mit dem Ausland und trägt zur Stabilität der Zahlungs- und Verrechnungssysteme bei. Die Bundesbank unterhält in den Bundesländern derzeit (Jahresanfang 2010) neun Hauptverwaltungen.
In Frankfurt betreibt sie auch ein Volkswirtschaftliches Forschungszentrum, dessen Arbeitsbereich Ökonometrie mit Vorausschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland befasst ist. Siehe Bank Deutscher Länder, Internationales Forschungsforum zur Geldpolitik. Vgl. Geschäftsbericht 2003 der Deutschen Bundesbank, S. 171 ff., Geschäftsbericht 2006 der Deutschen Bundesbank, S. 119 f. (Tätigkeit des Forschungszentrums), Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 135 f (internationale Vernetzung) sowie den jeweiligen Geschäftsbericht, Abschnitt "Sonstige Aktivitäten".
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Direktbank (direct bank)
Eine Bank, die ausschliesslich auf elektronischem Weg mit dem Kunden in Verbindung tritt. Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bank, gemischte, Bankensystem, Bezahlverfahren, innovative, Container-Banking, Direct Brokerage, Internetbank, Finanzinstitut, monetäres, Geldautomaten-Sperre, Institut, Kreditbanken, Markteintrittskosten, Multikanalbank, Online-Banking. - Vgl. Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 26 (Eintritt auch in den Bereich der klassischen Bankprodukte).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Diskontsatz (discount rate)
Der bei der Berechnung des Diskonts für die Zeit von der Einreichung bis zur Fälligkeit des Wechsels geltende Zinssatz. Siehe Akzept, Rediskontieren.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Dresdner Bank (Dresdner Bank)
Im Januar 2009 von der Commerzbank AG übernommene deutsche Grossbank. Genau 137 Jahre nach ihrer Gründung hatte das Institut seine Existenz im wahrsten Sinne des Wortes verspielt. Alle Rücklagen waren aufgezehrt; die Kernkapitalquote schwand auf den gerade noch zulässigen, aber nicht annähernd ausreichenden Stand von 4 Prozent. Der Alleinaktionär, die Allianz Versicherung AG mit Hauptsitz in München, musste Milliarden EUR in die Bank pumpen. Zu lange liess die Allianz die Investmentbanker der Dresdner Bank gewähren, bis sich immer neue Milliardenverluste türmten.
Auch gilt die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz als Muster einer missglückten Zusammenführung (failed merger). Statt eines "Allfinanzdienstleisters" liefen die beiden Teile nebeneinander her. Schliesslich stand der Steuerzahler für den Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank gerade, indem die nun grösser gewordene Commerzbank mit 18 Mrd Euro gestützt werden musste, nachdem sich bei der Dresdner Bank immer neue, vorher nicht bekannte Milliardenverluste auftürmten (piled up). Siehe Bankenfusionsjahr, deutsches.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
E-Geldgeschäft (e-money business)
Durch die E-Geld-Richtlinie 2000/46/EG wurden die Bankgeschäfte "Geldkartengeschäft" und "Netzgeldgeschäft" zu dem neuen Bankgeschäftstatbestand "E-Geldgeschäft" zusammengefasst. Entsprechend wurden "E-Geld-Institute" als eigene Gattung in das KWG aufgenommen. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 KWG definiert das E-Geld-Geschäft als "die Ausgabe und die Verwaltung von elektronischem Geld". Elektronisches Geld sind gemäss § 1 Abs. 14 KWG Werteinheiten in Form einer Forderung gegen die ausgebende Stelle, die auf elektronischen Datenträgern gespeichert sind, gegen Annahme eines Geldbetrages ausgegeben und von Dritten als Zahlungsmittel angenommen werden, ohne gesetzliches Zahlungsmittel zu sein.
Netzgeldgeschäft, Rücktausch-Verpflichtung. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 1999, S. 41 ff. (E-Geld dringt vor), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (Entwicklung bei elektronischen Bezahlverfahren).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Einlagenzinsen (interest on deposit account)
Die Höhe des Zinses in Prozent gerechnet oder Summe an gutgeschriebenen Zinsen, die ein Institut dem Kunden berechnet. Im Regelfall hängt die Zinshöhe vom Leitzins der Zentralbank ab. Siehe Einlagen, Kreditzinsen. Vgl. Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 105 ff. (Abhängigkeit der Einlagezinsen vom Leitzins theoretisch und empirisch; Übersichten; Literaturverweise).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Einzahlung (inpayment; payment receipt)
Der Übertragung von Geld (im engeren Sinne von Bargeld) auf das Konto bei einer Bank, einer Bausparskasse oder Versicherung. Der Zufluss von Zahlungsmitteln in einem Unternehmen, im Regelfall durch den Verkauf der erzeugten Güter, Siehe Ausgaben, Auszahlung, Bewidmung, Einkünfte, Einnahmen, Kassenkladde, Zuwendung.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Electronic Banking (so auch im Deutschen)
Dienstleistungen einer Bank, die von der Kundschaft ausserhalb des bauwerklichen Filialsystems (brick and mortar location) in Anspruch genommen werden. Die wachsende Bedeutung dieses Geschäftsfeldes birgt für eine Bank neben Abwicklungs- und Reputationsrisiken auch eine Reihe von Rechtsrisiken. Siehe Bank, gemischte, Bezahlverfahren, innovative, Direct Brokerage, Direktbank, Generation@, Internetbank, Metcalfe-Regel, nk, Mobile Banking, Multikanalbank, Online-Banking, Rechtsrisiken, Sofa-Banking, Telephon-Banking.
Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 53 ff., Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 26 (Wettbewerbsdruck), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli
2009, S. 49 ff. (einzelne Verfahren des Electronic Banking; Literaturhinweise).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Europäische Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority, EBA)
Zum Jahresbeginn 2011 ihre Arbeit aufnehmende gesamteuropäische Aufsichtsbehörde mit gewissen Befugnissen zu Anweisungen auch gegenüber nationalen Aufsichtsbehörden. Siehe Abschreckung, aufsichtsrechtliche, Anlegerschutz, Aufsicht, europäische, Banana Skins Survey, Octopus, Offshore-Finanzplätze, Peter-Regel, Regulierungs-Arbitrage, Regulierungswut, Straitjacking, Subsidiaritätsprinzip. Überregulierung, Aufsicht, europäische. Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 101 f. (Aufgaben der neuen Behörde).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
E-Zahlung (e-cash)
Die elektronische Abbuchung (debiting) von einem Konto. Siehe Bezahlverfahren, innovative, Filialsystem, Internetbank, Karte, Metcalfe-Regel, Online-Banking, Remote Banking, Sofa-Banking.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Festgebühr (flat rate compensation)
Bei Banken die Belastung eines Kunden (in der Regel eines Privathaushalts) mit einer Pauschalsumme als Entgelt für erbrachte Leistungen. Die Kontoführungsgebühr ist darin in der Regel eingeschlossen. Siehe Festpreisgeschäft.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Finanzplanung (financial planning, financial programming)
Bei einem Unternehmen die gedankliche Vorwegnahme künftig anfallender Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge, verbunden mit der Entscheidung, auf welche Weise betriebliche Vorgänge auf allen Stufen am (zins)günstigsten im Geld ausgeführt werden können. In der bezüglichen Fachliteratur werden dazu viele Musterrechnungen angeboten.
Siehe Balance Reporting, Cash-Management, Finanzierungsregel, goldene, Finanzwirtschaft, Liquidität, optimale, Liquiditätsrisiko, Unterliquidität, Zahlungsstrom. Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 56 (Vorschriften für das Liquiditätsrisiko-Management).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen
Firmenkreditkarte (business credit card)
Zahlungsvorgänge (wie etwa bei Reiskosten) in einem Unternehmen werden zwischen einem Arbeitnehmer und dem Unternehmen über eine Geldkarte abgewickelt. Dabei erweitert entweder das Unternehmen den mit einem kartenausgebenden Unternehmen bestehenden Vertrag über eine Hauptkarte um die Ausgabe von Zusatzkarten für bestimmte Mitarbeiter oder es wird ein Einzelkreditkartenvertrag zwischen dem kartenausgebenden Unternehmen und dem einzelnen Arbeitnehmer geschlossen.
Rechtlich besteht in beiden Fällen eine gesamtschuldnerische Haftung des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers für die mit der Firmenkreditkarte getätigten Umsätze. Wegen vieler damit zusammenhängender Rechtsfragen (Missbrauch der Karte durch Nutzung Dritter, Beteiligungsrechte des Betriebsrats bei Einführung einer Firmenkreditkarte, datenschutzrechtliche Vorgaben, steuerliche und sozialversicherungsbezügliche Streitfragen: die Firmenkreditkarten sind inzwischen zu einem eigenen Sondergebiet des Arbeitsrechts geworden) werden Firmenkreditkarten in den letzten Jahren nur noch sparsam ausgegeben.
Man stattet heute Mitarbeiter eher mit einer Tankkarte oder einer vorausbezahlten Karte zum Bahnfahren aus. Siehe Auszahlung, Chipkarte, Community Card, Geld, elektronisches, Geldkarte, Fringe Benefits, Geldautomaten-Sperre, Karten-Allianz, Kreditkarte, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Plastikgeld.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen